Leukämie ist Scheiße! Teil 14

Flatus…

Weil gerade „Asterix, Sieg über Caesar“ zum ?ten Mal in FS1 läuft, fällt mir dessen legendärer Brüller „Ista quidem flatus est“ (auf gut wienerisch „des is jo a Schas“) ein. Trotz vieler Versuche ist es dem Römerboss bekanntlich nicht gelungen, das legendäre gallische Dorf mit den Herren A & O zu erobern.

Ein fester „Flatus“ in meiner speziellen Situation im Wiener AKH ist….

…dass das billigste Klopapier und die schlechtesten Servietten zur Verfügung stehen.

…dass die Küche mehrfach eigenartige Gerichte liefert (z.B. zweimal Reis statt Schnitzel mit Reis, oder zweimal Spätzle statt Spätzle mit Paprikahendl u.Ä.), obwohl der wöchentliche Speisenplan ordentlich ausgefüllt wird.

…dass in den Speisen offenbar kaum Ballaststoffe enthalten sind, was die Regelmäßigkeit des Stoffwechsels sehr erschwert.

…dass sich die Sonderklasse lediglich in einer Tageszeitung und einer zusätzlich angebotenen Nachspeise niederschlägt; hinsichtlich ärztlicher und pflegerischer Betreuung ist zum Glück keinerlei Unterschied feststellbar.

…dass Fehlversuche bei der Blutabnahme und beim Setzen des Vein-Flow immer wieder passieren (obwohl ich den Ehrentitel „Venenkönig“ vom Professor persönlich verliehen bekommen habe); manche Akteure geben nach mehreren Misserfolgen trotz meiner schier endlosen Geduld entnervt auf und holen einen „Stechexperten“.

…dass die Klimaregulierung Substandard ist. Der Kaltluftauslass ist derzeit genau an der Decke über mir, mangels Haare kann er mir wenigstens keinen Scheitel ziehen.

…dass viele Tabletten, Dragees und Pillen in Blistern verpackt sind und schwer zu entnehmen sind. Einzeln in einem herausgeschnittenen Blistereckerl versteckte Pillen kriegt man nur mit Meisel und Hammer heraus.

…dass das Duschkammerl so eng ist, dass es unter der Achsel zwickt. Armaturen, Brauseschlauch etc. hätte ich daheim längst weggeschmissen.

…stop press: da kann wer Gedanken lesen. Heute Morgen punkt sieben Uhr werde ich mit Sack und Pack in ein anderes Zimmer verlegt, weil Monteure der VAMED gekommen sind, um die Duschen zu sanieren. Gibt’s Hexen?

…dass ich kein Foto von Pflegerbruder Zeljko (sprich „Schelko“) im „Raumanzug“ gemacht habe.

Dass mich die Leukämie überhaupt erwischt hat, ist natürlich der Überdrüberschas.
Es gäbe noch ein paar andere Kleinigkeiten aufzuzählen, aber weil ich nicht in Verdacht geraten möchte, zu den Erbsenzählern, Raunzern, Nörglern, Suderanten oder Motschkerern zu gehören, lasse ich es bleiben.

 

2 Kommentare

  1. lieber werner, kann deine sudereien, motschkereien, raunzereien, nörglereien und die erbsenzählerei nur zu gut nachvollziehen, da ich diese institution selbst von innen kennenlernen durfte. da ich immer nur tageweise stationär aufgenommen wurde, ist die dusche ned so a malheur, aber bez. essen kann ich dir nur zustimmen, der faschierte braten ging ja noch, doch das im saft ertränkte kartoffelpürree welches gebraucht aussah verweigerte ich nach dem 1. mal. wünsch dir für den rest alles, alles gute, sammel nochmal alle kräfte lg u+e wagner

  2. Lieber Werner,
    Monika bestätigt mit einem verständnisvollen Nicken als „Augendruckdauerpatient“ im AKH alle aufgezeigten Vorkommnisse. Deine treffende Bemerkung über den „Überdrüberschas“ kann ich nachfühlen, bringt mir aber auch die gute alte Kartenspielzeit mit dir wieder in Erinnerung. Ich finde deine Kommentare wie immer spitze, bedanke mich dafür und finde jetzt ist es Zeit die Trümpfe auszuspielen und der Krankheit ade zu sagen.
    Monika und Herbert

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.