Vom Bellen

Leider erinnere ich mich nicht, wann und wo wir den Jago das erste Mal bellen gehört haben; er war jedenfalls schon geraume Zeit bei uns und wir waren schon drauf und dran zu zweifeln, ob er dazu überhaupt in der Lage sein würde, oder ob wir ein Stummerl adoptiert haben. Ich weiß auch nicht mehr, aus welchem Grund er sich dazu veranlasst sah. Genau weiß ich noch, dass ein Gutteil der Familie diesem Ereignis beiwohnte, und es scheint in unserem Garten geschehen zu sein.
Ich erinnere mich auch noch genau an die erleichterten Gesichtszüge der besten Sissi von allen und unserer Aufzucht, dass er tatsächlich richtig bellen kann. Wenn auch ein Kleiner bellt er doch wie ein Großer, und keift nicht hochfrequenztönig so wie viele der zwergwüchsigen hundeähnlichen Vierbeiner, die noch dazu oft mit bemerkenswerter Ausdauer die Nerven strapazieren.
Er bellt nicht oft, und auch nicht anhaltend. Es scheint ihm keine Freude zu machen, eher eine lästige Verpflichtung zu sein. Er bellt, wenn jemand läutet, sei es über die Gegensprechanlage oder an der Wohnungstür, da macht er keine Ausnahmen. Er bellt, wenn jemand unsere Wohnung oder den Garten betritt, versteckt sich aber vorsichtshalber hinter einem der anwesenden Rudelführer.
Manchmal bellt er beim Spielen, hat es aber nicht leicht, weil er oft irgendetwas im Maul trägt und damit so wild herumrennt, dass ihm die Luft ausgeht. In diesen Situationen beweist er uns, dass er auch knurren kann.
Jago bellt, wenn er einen von uns oder uns alle zu sich ruft. Das kann eine Aufforderung zum Spielen sein, wenn ihm fad ist. Oder ein Hilferuf, wenn die Erfordernisse des Stoffwechsels dringlich werden. Und besonders, wenn es zum Fressen geht – aber das ist eine andere Geschichte, über die ich in der nächsten Folge berichten werde.

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