Lobbyistinnen für Jago – Teil 1

In unserer Eigenschaft als Tierfreunde und Hundebesitzer kommt uns naturgemäß vieles Geschriebene in Form einschlägiger Zeitschriften, Broschüren, Spendenbittbriefen und ähnlichem ins Haus. Dazu kommen Tierartikel in Tageszeitungen und Illustrierten, sowie eine Anzahl von gescheiten Büchern, nach deren Konsum jeder Leser genau Bescheid weiß, wie Hunde erzogen werden müssen, wenn man sie schon als Welpen hat, wenn man sie als Halbstarke bekommt (JAGO!), wenn sie besonders lebhaft oder das Gegenteil davon sind, wenn sie Angsthunde sind (JAGO!) und vieles mehr. Gnadenlos werden wir in Hundeernährungsfragen geschult, können bedingungslosen Gehorsam und Unterwerfung anerziehen etc. etc. Dass man von den diversen Hundeflüsterern, Trainern/Trainerinnen und Expertenbuchschreibern durchaus auch kontroversielle Tipps bekommt, erwähne ich nur am Rande.
Neben Geschriebenem treibt das Fernsehen sein Unwesen, und die katastrofalen Schäden, die das Internet anrichtet sind wohl jedem bekannt. Worauf ich hinaus will: Bekanntlich ist jedes Medium ohne Konsumenten völlig hilflos. Jede Zeile ist vergeblich, jeder Euro für Sendeminuten und/oder Homepages, Social Media und dergleichen hinausgeschmissenes Geld, solange Verweigerer wie zum Beispiel ich die potentiellen Adressaten sind. Nicht so meine liebe Tochter Regina und die beste Sissi von allen. Besonders die in Facebook erscheinenden Fotos und Berichte von Hundebesitzern, Tierheimen, Tierschutzvereinen und allem dazu passenden werden regelmäßig aufgerufen, und bei besonders herzigen Viecherln muss ich zu deren Besichtigung antreten. Und es gibt viele Einträge mit vielen lieben Hunderln, das soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden.

Wozu diese vielen Zeilen? Nun, ich habe das Gefühl, dass Konspiratives im Gange ist. Tochter und Ehefrau dürften dem Gedanken nicht abhold sein, einen weiteren Vierbeiner ins Haus zu nehmen, vorzugsweise einen weiteren Geretteten aus einem unserer östlichen/südöstlichen Nachbarländer, weil die sind ja besonders arm und bedauernswert; Sohn Erik verhält sich in dieser Angelegenheit neutral, würde sich aber im Ereignisfall sicher nicht entblöden, gegen mich zu stimmen. Es muss erwähnt werden, dass ich mich erbittert gewehrt habe, als das Thema ‚Hund ins Haus‘ akut wurde. Eine Vielzahl von Argumenten fiel mir damals ein, und ich wies bis zuletzt darauf hin, dass ich jede mögliche Form passiver Resistenz einem Hund gegenüber anwenden würde. Drei zu eins wurde ich überstimmt. Jetzt, da wir den Jago schon geraume Zeit haben, tue ich alles das, was ich angedroht hatte, keineswegs zu tun, und es macht mir sogar Freude, auch wenn mich das blöde Tier oft nervt. Mein Widerstand gegen einen zweiten Hund würde sich in Grenzen halten, vor allem deshalb, weil ich sowieso wieder überstimmt werden würde. Außerdem – wer weiß, ob Gesellschaft dem Jago im Kampf gegen sein Angstsyndrom nicht gut täte?

Fortsetzung folgt….

WP_20150101_007 - Detail

 

 

 

 

Werner Simon, Sept. 2015

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