Leukämie ist Scheiße! Teil 47

„Frohsinnige“ Hitzewelle? Oder Kältewelle?

Während sich die beste Sissi von allen zusammen mit Tochter Regina ab 23. Juni den verdienten „Weiberurlaub“ in Kroatien schmecken lässt, beuge ich gramvoll mein Haupt ob der vorübergehenden Strohwitwerschaft. Dass die beiden Damen dortselbst mit dem Wetter auch nicht zufrieden sind, mag dem uns gemeinsamen Italientief geschuldet sein.

Wie auch immer – die ersten einsamen Tage war es heiß, sehr heiß, aber die Klimaanlage im AKH funktionierte gut und die schönen Tage bis hin zum Mittwoch gingen schier spurlos an mir vorüber. Als das Wetter sich anschickte schlechter zu werden, hatte ich den mittlerweile siebten Zyklus Vidaza-Chemo ohne gröbere Probleme hinter mich gebracht; am Mittwoch bekam ich noch je eine Ladung Erys (=Blutkonserven) und Thrombos infundiert und konnte danach vor lauter Kraft kaum stehen.
Unsere Hundsis übernahm ich von unserem lieben Erik in unserer Wohnung und begab mich unverzüglich in den Garten, um noch ein bissl Hitze abzukriegen.

Zumindest drei Mal täglich gehen die beiden vierbeinigen Familienmitglieder mit mir Gassi.

Zunächst suchte ich innerhalb der doch sehr großen  Gartenanlage Wege aus, die ein wenig Schatten boten – dies sollte sich bald ändern, und Sonne war gefragt. Emma und Jago war´s egal, wenn nur der Führer des Rest-Rudels dabei war, im gegenständlichen Fall also ich. Eine erkleckliche Anzahl von Wegen begingen wir also, abgesehen von der Hundezone und der sogenannten Fischerwiese, von der niemand weiß, woher sie ihren Namen hat. Meist lasse ich die Hundsis offline laufen, also ohne Leine, was natürlich nicht erlaubt ist und mir manch bösen Blick einträgt, aber solange der schwarze Riesen-Vierbeiner des Herrn Vereins-Obmann frei herumläuft, dürfen das Emma und Jago auch.

Eine durchschnittliche Parzelle im Kleingartenverein „Frohsinn“ ist etwas mehr als 300 Quadratmeter groß, also nicht unbedingt eine Latifundie. Dennoch findet man in vielen Einheiten Swimming Pools unterschiedlicher Größen und Formen vor, die oft einen Großteil des Bodens einnehmen, manchmal aber auch nur wenig größer sind als herkömmliche Badewannen. Einen Pool habe ich gesehen, dessen Dimension die gesamte verfügbare Fläche einnimmt – das heißt es ist überhaupt kein Grün zu sehen, das befindet sich vielleicht auf der nicht einsehbaren anderen Seite des Hauses? Im Wasser war trotz der herrschenden Temperatur niemand, auch alle anderen Schwimmbecken an denen ich vorbeikam waren menschenleer. Unwillkürlich denke ich an die Beträge, die solch ein Minibad verursacht. Abgesehen von den Errichtungskosten mit allen Nebengeräuschen wie Aushub, Verfliesung, Filtereinrichtung, Gegenstromanlage, Abdeckung etc. kommen auch laufende Kosten zum Tragen wie etwa Wasser, Strom und dergleichen.

Ich pflege anzumerken, dass ich mich um die Gesamtkosten locker mit der Sänfte ins Gänsehäufel tragen lassen könnte; aber ich verstehe selbstverständlich, dass ein jeder was Besseres und Größeres braucht als es der Nachbar hat. Eines Swimming Pools bedarf es halt, auch wenn man Nichtschwimmer ist und Wasser eigentlich nicht leiden kann. Glücklicher Weise ist noch niemand aus der Familie auf einschlägige Gedanken gekommen, ich hätte glatt verweigert und auf das Vorhandensein der Gartenbrause hingewiesen – dass für Enkelin Mona ein aufblasbares Baby-Planschbecken zur Verfügung steht, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber…

Was ich auch mit Interesse beobachte sind viele Warnschilder an Eingangstüren, die auf Alarmanlagen hinweisen. Davon ausgehend, dass solche auch dort vorhanden sein können, wo keine einschlägigen Taferln zu sehen sind, ziehe ich den Schluss, dass der „Frohsinn“ einiger Maßen flächendeckend mit Warneinrichtungen versehen ist. Manch eine bemerkt man auch durch nervige Fehlalarme, die öfters auftreten und nicht sehr einfach zu beenden sind, wenn man die Betriebsanleitung nur oberflächlich gelesen hat. Fast immer sind Warnhinweise bei neu errichteten Häusern zu finden – ob vielleicht eine Verbindung zwischen Baufirmen und Alarmanlagen-Errichtern besteht, kann ich nicht verifizieren, aber wer weiß?

Mir jedenfalls genügen Emma und Jago, die beiden melden zuverlässig jeden Passanten oder Eindringling, und das fast ohne Zusatzkosten.

Das Highlight der Woche war Eriks Prüfungsergebnis in Englisch; ohne sehr viel zu lernen schaffte er ein Gut, was einerseits auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass im Hard Rock Cafe nur Englisch gesprochen wird, und andererseits darauf, dass er mein Sohn ist.
Bravo, drei Viertel der Berufsberechtigungsprüfung, seiner Matura, sind geschafft, fehlt nur noch Deutsch im Herbst, und daran wird´s wohl auch nicht scheitern…

4 Kommentare

  1. Lieber Werner! Mein Bruder hat seinen Garten im Zweiundzwanzigsten nahe der Lobau. Wenn schwimmen, dann Lobau. Als die Enkelkinder 6 Jahre waren wurde ein Schwimmbecken um gutes Geld gebaut mit verschiebbaren Dach, Technikraum usw. Jetzt sind die Zwillinge 20 Jahre, kommen nicht mehr oder selten in den Garten. Mein Bruder und seine Frau leben getrennt, teilen sich den Garten wochenweise, keiner geht schwimmen. Alle paar Wochen helfe ich ihm bei der Pflege des Gartens und wundere mich wie das Leben so spielt. Ja, Rosenkrieg ist auch Scheisse und mein Bruder geht daran zu Grunde. Dir und der lieben Sissi liebe Grüße und alles erdenklich Gute!!! Babsi

  2. Also ich möcht unseren Pool im Garten nicht missen!
    Wird seit Anfang Mai fast täglich genützt.
    Die Kinder kommen am WE und genießen die Ruhe,Papas Kaffe und Mamas Kuchen.
    Alles Gute Werner!
    PS hab auch meine 3monatigen Kontrollen hinter mich gebracht!
    An die Immuntherapie hab ich mich auch gewöhnt(müssen)

    1. Liebe Gitti, dazu angemerkt: EUER Garten ist auch eine „Latifundie“, im Gegensatz zu den „Briefmarken-Gärten“ bei uns! IHR habt ja den Garten nicht zubetoniert bzw. mit Steinen zugepflastert – wie dies bei den von Werner beschriebenen Kleinstgärten der Fall ist! 🙂
      SCHÖN dass Du die Kontrollen einmal eine Zeit vergessen kannst… Werner offenbar noch länger nicht – obwohl die Blasten zur Zeit auf 3% sind, leider schwankend, noch nicht nachhaltig. Warum immer??? Liebe Grüße, alles Gute, Sissi + Werner

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