Leukämie ist Scheiße! Teil 46

Der insgesamt ein bissl sehr geschäftige 9.Juni klingt angenehm aus – wir gehen in das Rabenhof  Theater und schauen uns „maschek.“ an, die beiden Kabarettisten und Stimmenimitatoren, die sich in „Willkommen Österreich“ einen Namen gemacht haben. Umtriebig wie sie ist, hatte die beste Sissi von allen an einer Verlosung teilgenommen und prompt zwei Karten gewonnen. Weil aber unser Sohn Erik ein großer Fan der beiden ist, kaufte sie kurzer Hand noch ein Ticket nach – zufällig war sogar noch ein Platz neben uns erhältlich.
Es hat sich ausgezahlt dabei zu sein. Die zwei Herren können viele Stimmen täuschend echt nachahmen, zumeist lokaler, aber auch internationaler Politiker. Andere gelingen weniger gut, aber die Imitationen sind nur ein Teil des Programms. Bedeutender ist die richtige Auswahl passender Sequenzen, zumeist Teile von Reden und Interviews der auserwählten Volksvertreter, die das Publikum zu Lachanfällen veranlassen.

Was niemand von uns wusste ist die Tatsache, dass maschek. auf den Tag genau vor 15 Jahren den allerersten Auftritt im Rabenhof hatte. Die Herren pflegen niemals Zugaben zu geben, nahmen aber das Jubiläum zum Anlass, eine Ausnahme zu machen und Teile des damaligen Programms zum Besten zu geben. Danach wurde eine riesige Torte auf die Bühne gebracht, zusammen mit einer großen Anzahl Sektflaschen samt Gläsern. Unsere Annahme, Speis und Trank stünden nur für die zahlreich erschienenen Promis, Freunde und Bekannte, allenfalls auch noch für das Personal zur Verfügung, sollte sich umgehend als falsch erweisen: es war genug für alle noch gebliebenen Gäste da, es blieben sogar etliche Gläser ungetrunken. Erst nach Mitternacht kam ich mit leicht beschwingter Ehefrau und ebensolchem Sohnemann heim…

Tags darauf holte ich Norbert-Opa zum Grill in den Garten. Am Abend fand ja wie alljährlich ein Open Air Konzert in der nahegelegenen „Volksparkarena“ statt; Impresario Norbert Hofer (nein, wirklich nicht DER Hofer!) hatte für diesen Abend SchülerInnen, aber auch Lehrpersonal der Musikschulen Favoriten und Simmering engagiert. Es begann mit Rockmusik, die wir nur aus der Ferne hörten, danach spielte das Ukulele-Ensemble „Odeon“, neun junge Künstler mit Ukes, Mandoline, Gitarre, Flöte und Perkussion recht ordentlich und gekonnt, insgesamt sehr erfreulich. Den Schluss bestritten vier Lehrerinnen als „Fräulein Kokett“ mit alten Schlagern, begleitet nur mit einem Keyboard; die verbindenden gesprochenen Texte sind für mich verzichtbar, sonst wirken die vier Damen recht professionell.

Die folgenden Tage vergingen geruhsam im Garten. Norbert-Opa holte ich öfter zum Mittagessen und brachte ihn nach Rast, Ruh und Kaffeejause nach Hause. Erik half endlich die alte Markise zum Mistplatz abzutransportieren, weil schon am 14.Juni die neue geliefert und montiert werden würde. Ins AKH musste ich so nebenbei auch wieder – Erys und Thrombos mussten infundiert werden.

Zu Fronleichnam am 15.6. kamen auch Regina und Allard und holten Emma und Jago über das Wochenende zu sich.

Leider war schlechteres Wetter ab 16.Juni prognostiziert, also blieben wir ein paar Tage zu Hause; am 19.Juni (Montag) fing ja der nächste Zyklus Vidaza an und ich fand mich pünktlich auf Station 18J ein, musste aber etwas länger warten, weil die Erstbestellung der Spritzen immer ein bissl dauert.

Es ist wieder sehr heiß geworden, daher übersiedeln wir zurück in den Garten. Erik legte die mündliche Berufsberechtigungs-Prüfung im Fach „Gesundheit & Soziales“ ab und schafft Gesamtnote drei, wieder ein Schritt zur Matura geschafft!

Am 21.6. liefere ich leider wieder einmal ein schlechtes Blutbild ab (Ery 7,6, Thrombos 2); beides wird für den Folgetag bestellt, der wieder recht busy wird, weil: Sissi muss für den „Weiberurlaub“ in Kroatien herrichten, ich bekomme die Roten und die Gelben eingefüllt, um vier Uhr kommt der Billa Bestelltes liefern, danach mit Sissi auf in den Prater, natürlich  mit Norbert-Opa… kurzer Spaziergang mit Hunden, danach zur berühmten Gelsenbar in der Freudenau und schließlich noch zu ihm nach Hause in seine heiße Wohnung (31°C) zur Kontrolle seiner Medikamente, Bad und Klo zu putzen, sommerliche Kleidung für ihn vorzubereiten.

Der 23.6. weckt uns unsanft mit heftigen Gewittern; ich muss ins AKH wegen der letzten Einheit Vidaza vor dem Wochenende, Sissi muss daheim noch ein paar Sachen für Kroatien herrichten. Nach kurzer Mittagsrast auf in den Garten, unsere Regina hat sich für etwa 16h zur Abfahrt angesagt und erscheint um fünf, der Start verschiebt sich auf halb sechs…. zwei Damen, eh klar! Beide freuen sich auf eine Woche ohne männliche Nebengeräusche, ich habe dafür „Schöner Wohnen“ – mit Hunden…

Am Abend rufe ich noch Norbert-Opa an und kündige mein Kommen für Sonntag an; seine Gefährtin Lena soll am Dienstag in Wien auftauchen…

 

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