Meine gar nicht erfreuliche vorweihnachtliche Zeit…
Am Donnerstag, dem 23.11. bei der Visite wollte mich der Herr Professor von Station 21K trotz meines noch immer schlechten Zustands prompt aus dem AKH entlassen. Als ich ihm klar machte, dass den ganzen Tag niemand zu Hause sein werde (Erik war arbeiten, die beste Sissi von allen musste rechtzeitig zu unserem Konzert von B.B. & The Blues Shacks in die Local-Bar hurteln), ließ er sich nach Rücksprache mit der Stationsschwester erweichen und verschob meinen Abgang gnadenhalber auf Freitag.
Der Samstag diente der Erholung, die Sissi wirklich brauchte, außerdem musste das Familienessen für zehn Personen am Sonntag vorbereitet werden, bei dem mehrere ungefähr zusammenfallende Geburtstage gefeiert wurden.
Die Tage der Folgewoche waren für Sissi wieder extrem anstrengend – sie musste mit ihrem Vater zum Arzt, ging mit Regina als deren Geburtstagsgeschenk ins Kino und essen, war mit ihrem Vater am Adventmarkt im Lebenshilfedorf Sollenau und schließlich noch bei unserem Autohändler Orthuber in Langenwang zum Reifentausch unseres Autos. Dazu waren noch letzte Vorbereitungen für das „Hermann Posch Acoustic Line“ Konzert am 7.12. zu treffen, darunter viele Telefonate mit Interessierten, die noch schnell reservieren wollten, aber wegen fehlender Sitzplatzkapazität nur mehr in eine Warteliste aufgenommen werden konnten. Dennoch fand Sissi für jeden Anrufer ein paar freundliche, erklärende Worte. Es muss ein fantastischer Auftritt gewesen sein; ich bedaure bis heute, dass ich zustandsbedingt nicht teilnehmen konnte…
Am 8.12. hatte Sissi Geburtstag, den sie ohne viel Aufhebens beging und vorbeiziehen ließ; jedenfalls freute sie sich über die vielen Telefon- und Facebook-Gratulanten. Ich selbst war nicht einmal fähig, Blumen zu besorgen.
Ab 11. Dezember wurde ich erneut stationär aufgenommen, Prof. Füreder hatte ein Bett für mich auf Station 18H aufgetrieben. Wegen meiner schwächebedingten nächtlichen Inkontinenz verpassten mir zwei findige Schwestern einen Dauerkatheter, und ich Idiot wehrte mich nicht dagegen! An den Folgen laboriere ich bis heute, nämlich einem Harnwegsinfekt, der sich gewaschen hat. Das Leiden beim oftmaligen Pinkeln kann ich nur mit Schmerzmitteln bekämpfen… die Windelslips wurden leider zum Dauerzustand bis heute, weil ich´s einfach nicht bis zum Klo schaffe, bei jedem Tröpferl…
Schon einige Zeit vorher hatte Sissi festgestellt, dass ich Wasser in den Beinen habe. Bereits am 14.12. werde ich vom visitierenden Professor zwangsentlassen. Für meine zusätzlichen körperlichen „Baustellen“ interessiert er sich kaum – ich möge meinen Urologen konsultieren (!!!) und mir ein Entwässerungsmittel verschreiben lassen.
Tags darauf, am 15.12. muss ich mich wieder von daheim mit dem SMD auf „meine“ Station 18J bringen lassen, bekomme Blut infundiert, neuerlich ein anderes Antibiotikum und Lasix zur Entwässerung.
Sissi ist an den folgenden Tagen wieder ordentlich busy – Shopping in Mariahilf, zum Tierarzt wegen der Beruhigungsmitteln für die Hundsis zu Silvester, nach Floridsdorf um vorbestellte Kekse abzuholen, Teig für tags darauf selbst zu produzierende Weihnachtsbäckerei vorbereiten…
Rechtzeitig vor dem Heiligen Abend, am 23.12. bringen unsere Juniors Regina und Allard den Christbaum und stellen ihn gemeinsam mit Erik auf – a bissl schief mussa schon sein, aber halten tut er. Dann werden Vanillekipferl und Weihnachtskekse gebacken, ehe uns Regina und Allard bis morgen verlassen… der Baum ist fertig geschmückt und wurde zum Glück davon nicht schiefer!
Am 24.12. nachmittags findet das erste Familienessen und hinterher die Bescherung statt, neben Sissi und mir sind Norbert-Opa, Bernhard, Regina, Allard und Erik anwesend.
Die allerbeste Sissi hat für mich drei dicke Fotobücher mit den schönsten Bildern und Beschreibungen unserer Route 66 Reise produziert; eine Heidenarbeit, stark abbussl-verdächtig!
Auch alle anderen freuen sich über ihre Geschenke und sind zufrieden… in trauter Eintracht sehen wir uns am Ende gemeinsam ein Geschenk Eriks an – die DVD des Kinofilms „Die Wilde Maus“. Eigentliche eine amüsante, verrückte Story von und mit Josef Hader…
Opa und ich lachen jedoch sehr wenig bis gar nicht – er weil er der Geschichte einfach nicht folgen kann, ich wegen meiner pinkelbedingten krampfartigen, brennenden Schmerzen.
Ach Werner, ich könnte einen Wutanfall bekommen, wenn ich lese welche vertrottelten Professoren es gibt. Auch der Katheder ist beschissen, aber total. Ich weiß wovon du schreibst. Unglaublich was Sissi alles macht und tut. Auch das benötigt mir große Bewunderung ab. Ich freue mich, dass ihr ein schönes Weihnachtsfest hattet und wünsche dir/euch das Allerbeste!!! Herzlich Babsi