Leukämie ist Scheiße! Teil 38

Der Alltag geht einfach weiter…

Es liegt in der Natur der Sache, dass man mit zunehmendem Alter öfter Begräbnissen als Hochzeiten beiwohnt. Die Verabschiedungszeremonie am 21. April für unseren Nachbarn und Freund Gordon Murray war eine der bisher umfangreichsten – erst jetzt wurde uns richtig bewusst, welch gewaltige Reputation er weltweit gehabt hatte; erst jetzt wurde klar, warum wir uns relativ selten zu einem Glaserl zusammensetzen konnten.

Rechtzeitig waren wir nach Hause zurückgekehrt, rechtzeitig für die letzten Vorbereitungen des am gleichen Tag stattfindenden BBCtles Konzerts mit Arthur Fandls Truppe im Local, einer übrigens äußerst gut gelungenen, von den zahlreichen Besuchern heftig beklatschten Veranstaltung.

Der folgende Samstag wurde verdienter Maßen verfaulenzt; die Hundsis waren bei Regina, wie es an Wochenenden der Brauch ist. Sonntag nach Mittag holten wir Norbert-Opa und dessen Gefährtin Lena von zu Hause ab und fuhren gemeinsam nach Pernitz, wo wir im dortigen Pfarrsaal Heinz Marecek mit seinem lustigen Soloprogramm „Das ist ein Theater“ miterleben durften. Der beliebte Schauspieler und Kabarettist war bestens aufgelegt, zitierte aus seinem gleichnamigen Buch, lieferte aber auch gelungene Extempori ab. Man kann Sabine List, ihres Zeichens auch Chefin von „Blues.at“, zu diesem Engagement mit ihrer neuen Firma „Fantastic Moments“ nur gratulieren!

Am Montag, dem 24. April wurde der nächste Vidaza-Chemo Light Zyklus eingeläutet; daneben brauchte mein Organismus eine Ration Thrombos – beides vertrug ich problemlos und konnte den verbleibenden Nachmittag dem dolce farniente widmen.

Tags darauf waren die beste Sissi von allen und ich schon um neun Uhr in Gumpendorf bei der Firma „Alu-Color“, um für unser Gartenhäuschen eine neue Markise auszusuchen – die alte, ein in die Jahre gekommenes Billigmodell, tat es nicht mehr recht und verlangte ausgetauscht zu werden.
Für die neue wird man schon ein paar Tausender in die Hand nehmen müssen. Anschließend fuhr Sissi zu ihrem Vater, weil der Installateur zur Reparatur der Therme angesagt war; auf dem Weg wurde ich im AKH für meine Chemospritzen abgeliefert. Man kann also erkennen, dass bei uns immer nötig ist, alles gut zu planen – soweit dies eben möglich ist!

Abends schaute ich mir ganz gegen meine Gewohnheiten „Soko Kitzbühel“ im TV an nur weil der Marecek mitspielt. Eindruck hat dieser Teil der Serie keinen hinterlassen; ob es eine zweite Chance geben wird, muss ich noch überlegen.

Der 29.4. war ein Samstag. Wir bewegten uns in ein Geschäft in der Westbahnstraße, um einen Infrarot-Heizkörper für unser Bad im Gartenhäuschen zu besorgen. Dieses Heizungssystem hatte sich bereits bewährt, die Selbstmontage samt Elektroanschluss für Sissi kein Problem, und die ungemütliche Kälte nach dem Duschen wird der Vergangenheit angehören.

Zu Mittag holten wir Regina und die Hundsis von zu Hause ab und fuhren gemeinsam nach Pernitz in die Gärtnerei Hebenstreit, um uns mit Blumen für die Saison einzudecken. Wie jedes Jahr um diese Zeit war dort ein Tag der offenen Tür; Chef Ossi und seine Frau Karin begrüßten uns herzlich; bald gesellten sich Sabine List und ihr Mann Sepp dazu – der Schmäh konnte zu rennen anfangen. Sissi hatte fürsorglich schon eine Einkaufsliste vorbereitet, mit Karins beratender Hilfe war die Auswahl der Botanik eine leichte Übung. Die Hebenstreits beluden das Auto mit dem Eingekauften – das war eine weniger leichte Übung. Wir verabschiedeten uns herzlich, unternahmen noch einen Spaziergang auf einer uns schon bekannten nahegelegenen Wiese zusammen mit Sabine, der wir danach baba sagten und Pernitz hinter uns ließen. Regina musste auf dem wenigen zur Verfügung stehenden Platz im Yeti mit den Hundsis und Pflanzen zurechtkommen, aber bald lieferten wir sie samt ihrem eingekauften Grünzeug daheim ab. Beim Garten angekommen transportierten wir die „paar“ Sachen in einigen Fuhren mit der Scheibtruhe auf die Terrasse, Sissi blieb dort und würde sich am folgenden Tag darum kümmern. Gegen 19h00 war ich zu Hause. Trotz beruhigender Blutdruck und Pulswerte war ich doch etwas müde und begab mich schon bald nach zehn zur Ruhe.

Der folgende Sonntag bescherte uns wieder die Gesellschaft von Sissis Vater, den ich für  Mittagessen und Jause von daheim abholte – sein Wetterbericht sollte mich die ganze Südost-Tangente lang nicht verlassen, bis wir endlich beim Garten ankamen!
Alles inklusive Rast und Ruh‘ wie gehabt und gewöhnt, lieferte ich ihn am späteren Nachmittag bei der U-Bahn ab; Sissi blieb über Nacht noch einmal dort, und mir wuchs am Heimweg beim Würstelstand am Südtiroler Platz noch „a Haße mit an Siaßn“ zu. Mahlzeit!!!

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