Leukämie ist Scheiße! Teil 35

Ostern… (15.04.2017)

… verläuft zum Glück insgesamt ruhig und überraschend beschaulich, alle freuen sich über Besuche.

Am Karsamstag freuen sich die beste Sissi von allen und ich über den nicht sehr häufigen Besuch ihres Sohnes Norbert samt Schwiegertochter Petra und Enkelin Mona, aber auch über die (immer öfter notwendige) Anwesenheit ihres Vaters Norbert (Opa).

Das Wetter ist nicht schlecht genug um zu Hause zu bleiben, eigentlich aber auch nicht gut genug für eine Jause im Freien. Weil wir aber neugierig sind, wie Mona auf die dort auf sie wartenden neuen Spielsachen reagieren wird, nehmen wir Wind und Wolken in Kauf und nehmen Kaffee und Kuchen doch im Garten – notfalls würden wir alle auch im Häuschen Platz finden.

Monas Interesse konzentriert sich zunächst nicht auf Neuigkeiten, die sehr gut sichtbar versteckten Ostereier und -hasen sind ihr vorerst egal, eher beiläufig akzeptiert sie gefundene Kinderschokoladen, die sie alle auspackt, einmal abbeißt und hinterher sofort der Mama in die Hand drückt. Immer ihr Gefallen finden würde eine rote Gießkanne, die ich allerdings fürsorglicher Weise versteckt habe, weil angesichts der herrschenden Temperatur Wasserpritscheln eher nicht angebracht wäre; ein kleineres blaues Exemplar hat sie noch nie beachtet, klein ist ihr offenbar zu minder und ihrer nicht würdig.

Ersatzmäßig entdeckt sie den an der Türe steckenden Schlüsselbund, und der hat schon immer ihre Begeisterung geweckt, zumal sich die Schlüssellöcher in einer ihr passenden Höhe befinden. Dass es verschiedene Typen von Schlüsseln gibt, die nicht selbstverständlich mit allen Löchern kompatibel sind, lässt sie einigermaßen ratlos zurück, ja sind sogar geeignet, ihren Zorn zu erwecken. Die neuen Sachen gehen noch immer an ihrer Aufmerksamkeit vorbei – erst als Papa Norbert mit dem Sackerl Sandspielzeug vor ihrer Nase scheppert, wird ihr bewusst, dass dazu auch ein Sandkasten gehören muss. Den entdeckt sie endlich und steuert entschlossen darauf zu, bekommt aber zunächst  geeignetes Outfit angezogen, weil Sandkörner im Leiberl machen keine Freude. Ohne Papa ist das Ganze nur die halbe Freude – das Zerstören von dessen Sandtorten und -gugelhupfen steht im Mittelpunkt des Spiels, da ist sie unermüdlich.

Alle können sich jetzt also relativ ungestört Kaffee und Kuchen widmen, der eine oder andere G’spritzte geht auch über den Jordan.
Zwischendurch darf der Papa Mona auf die Schaukel setzen, die zuvor ihr Favorit war, von der Sandkiste aber auf Rang zwei verdrängt wurde. Den dritten Platz nimmt ein Rasenmäher ein, der genau so ausschaut wie der von Oma, nur halt kleiner. Der macht sogar ein Geräusch ähnlich dem eines wirklichen, ist aber hauptsächlich dann von Interesse, wenn Sissi frontale Zusammenstöße herbeiführt und die Kollisionen mit lauten Bumm-Rufen verstärkt – helle Begeisterung ist die Folge, die allerdings mit der Häufigkeit der Wiederholungen schwächer wird, weil ja auch die Sandkiste wartet.

Binnen Kürze haben die Schlüssel wieder höhere Priorität bekommen und gleich wieder verloren, weil sie noch immer beleidigt darob ist, dass nicht jeder Schlüssel überall passt. Bald aber wird sie durch die Tatsache versöhnt, dass die Gartentüre unversperrt ist – das Aufmachen gelingt allerdings nur dann, wenn man die Öffnungsrichtung beachtet… 😛 

Obwohl sich die Schnalle des Gartentürls ebenfalls in Monas Höhenreichweite befindet, gelingt ihr vorerst das Aufmachen nicht, weil sich dieses nach innen öffnet – da nützt das ganze Andrücken nach außen nix. Bevor ernsthaftes Protestgeheul einsetzt erbarmt sich der Papa und zeigt ihr, woran es scheitert – das gescheite Kind lernt schnell, und wenig später finden wir es auf dem nahegelegenen Parkplatz – schließlich muss ja die Gegend erkundet werden. Eines der vom Osterhasen versteckten Geschenke ist ein hölzerner Hund auf Rädern, der artig mit Kopf und Hintern wackeln kann, wenn er an dem dafür vorgesehenen Schnürl hinterhergezogen wird. Dieser darf das seltene Privileg für sich in Anspruch nehmen, gefunden worden zu sein und darf daher auch an dem gelungenen Fluchtversuch teilhaben. Selbstverständlich sind wir Erwachsenen wachsam, und die Abwesenheit des Kindes bleibt natürlich nicht unentdeckt!

… Mona macht sich auf den Weg!

 

 

Bald finden wir uns alle auf dem Weg in Richtung Parkplatz, Mona erwartet uns bereits mit strahlendem Lächeln, sie war bereits nahe daran hinaus auf die Gasse zu gehen, wird jedoch von ihrem Papa zurück in den Garten getragen – das nun vorsichtshalber abgesperrte Garten-Türl ist ihr nicht ganz recht und hat Protestgeplärr zur Folge.

Gegen 17h30 verlassen uns die Gäste. Wir haben noch ein bisschen Ordnung zu machen, bevor wir Norbert-Opa auf dem Weg nach Hause bei der U1 aussteigen lassen… mit der findet er noch alleine heim.

 

 

Der Abend klingt vor dem Fernseher mit einer sehr interessanten Doku über den Stephansdom auf ORFIII aus.   

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