Leukämie ist Scheiße! Teil 19

Immuntherapie!

Als ich in grauer Vorzeit bei den Fahnen meinen Präsenzdienst ableistete (der Zivildienst war damals noch nicht erfunden) kamen Stoffwechselunzulänglichkeiten öfter vor, die bei Offizieren Diarrhoe genannt wurde und bei denselben auch als „Montezumas Rache“ bekannt war. Unteroffiziere hatten Durchfall, niedere Chargen Dünnpfiff, und gemeine Soldaten wie ich die Scheißerei. Genau diese Unannehmlichkeit gehört zu den gezählten insgesamt 41 Nebenwirkungen, die das Präparat „Ceplene“ auslösen kann, eines der beiden Arzneimittel, das ich mir im Zuge der Immuntherapie zwei Mal täglich in eine Bauchfalte subkutan zu injizieren hatte, und genau diese ging an mir nicht vorbei. Unangenehm, aber kein Problem, solange man sich in erreichbarer Nähe eines  gekachelten Nebenraums befindet, ansonsten…..keine weiteren Details.

Von den Damen und Herren Professoren war ich ja über mögliche Therapiebegleiterscheinungen informiert worden, war deren lichtvollen Ausführungen allerdings nur mit halbem Ohr gefolgt. Man könne, wurde ich informiert, Durchfall selbstverständlich medikamentös bekämpfen, jedoch nicht ohne das Risiko, sich damit dessen Gegenteil einzuhandeln, und das wäre nicht wirklich ein Gewinn.

Mehrere andere Nebenwirkungen musste ich in Kauf nehmen, darunter leichtes Fieber, Schüttelfrost, Atemnot, verstopfte Nase, erhöhten Ruhepuls ….

All dies berichtete ich den behandelnden Ärzten, mehr als verständnisvolles Kopfnicken hatte dies nicht zur Folge. Erst spät stellte ich fest, dass mein unbefriedigender körperlicher Zustand natürlich vor allem dem langen Spitalsaufenthalt geschuldet war, was nicht nur seitens der besten Sissi von allen den dringlichen Auftrag nach sich zog, gefälligst etwas zur Verbesserung meiner Kondition zu tun.

Am 12. September fand ich mich zur routinemäßigen wöchentlichen Kontrolle bei Prof. Sperr ein, also einen Tag vor Ende des ersten dreiwöchigen Durchgangs der Immuntherapie. Mein Blutbild, stellte er fest, gefalle ihm sehr gut, und ganz allgemein könne man mit dem bisherigen Verlauf der Behandlungen recht zufrieden sein. Es komme jetzt einmal zu einer dreiwöchigen Therapiepause, am 5. Oktober werde fortgesetzt werden, am Tag darauf möge ich mich wieder zur Kontrolle einfinden. Ein entsprechendes Rezept wurde mir ausgehändigt, Vorgangsweise wie gehabt, und mit den besten Wünschen für weiterhin gute Genesung war ich entlassen.

Unbeschwert genoss ich ein paar Tage Schönwetter im Garten mit ausgedehnten Spaziergängen, begleitet von meinen vierbeinigen Kameraden Jago und Emma. Zügiges Gehen mit den beiden an der Leine ist kaum möglich, weil sie oft in unterschiedlichen Richtungen beschäftigt sind und zum Verweilen zwingen. Meist blieb ich also innerhalb der weitläufigen Kleingartenanlage, wo ich die Hunde frei laufen ließ, wohl wissend, wo ich sie wieder problemlos anleinen kann. Emma ist mit Schmankerln leicht zu bestechen und kommt auf Pfiff fast sofort, Jago läßt fallweise den Dackel in sich heraushängen und ist schmankerlresistent. Der gevifte Hundeführer weiß aber natürlich genau, wo auch er dem Pfiff folgt und angeleint werden kann.

Meine Kondition ist auf dem Weg der Besserung, es geht in jeder Hinsicht aufwärts.

Beim Training mit der Scheibtruhe.... genauer gesagt: Müll wegführen!
Beim Training mit der Scheibtruhe…. genauer gesagt: Müll wegführen!

 

 

 

 

 

Beim Training mit der Scheibtruhe, genauer gesagt: Müll steil bergauf auf unseren Mistplatz führen! Emma hilft dabei, mein Begleithund…

4 Kommentare

  1. Hallo, Ihr zwei! Ich les hier immer wieder quer – und halte ganz feeeeeeest die Daumen! Werner, weniger rauchen, mehr Vitamine und viel mit der Sissi schmusen! Busserl vom Bodensee!!!!

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