Auffälligkeiten und Kuriositäten, 2. Teil
„(Red) Suitcase Blues“ (Hersal Thomas, 1925)
Schon bei der stationären Aufnahme, aber auch bei nachfolgenden Besuchen in der Raucherzone in Ebene 5 ist mir eine ältere Dame aufgefallen, die offenbar im AKH „wohnt“. Nichts kann ich über sie berichten, außer dass sie raucht, eher ärmlich gekleidet ist und ständig einen großen roten Koffer auf Rädern bei sich hat.
Reden habe ich sie bisher noch nicht gehört, gefühlsmäßig schätze ich sie als eine hiesige ein; sie anzusprechen traue ich mich nicht, weil man weiß ja nie. Mit Kopftuch wurde sie auch schon gesehen, allerdings nicht nach muslimischer Art, sondern mehr wie eine slowakische Erdäpfelbäuerin. Was im roten Koffer ist, werde ich auch nie erfahren – Gewand? Wäsche? Geld? Waffen? Drogen? Ist sie etwa gar eine Undercoveragentin? Oder vielleicht eine politisch oder sonst wie Verfolgte, die auf einen Schlepper wartet, der sie in ein sicheres Land mit einem „Y“ im Namen bringt (nein, nicht Germany), wo sie um Asyl ansuchen wird? Halt – meine Fantasie geht mit mir durch, ich schaue zu viel Navy CIS!
Trifft man sie nicht bei den Rauchern an, so findet man sie untertags auf einer der gegenüberliegenden Bänke, nachts in einer der zahlreichen Nischen entlang des Gangs, wo sie zu schlafen pflegt. Der regelmäßig patrouillierenden Security sollte sie längst aufgefallen sein, offenbar wird ihre permanente Anwesenheit geduldet weil sie weder etwas anstellt noch jemandem zur Last fällt.
Die alte Dame hat ihr Wohnungsproblem individuelle, originelle Weise gelöst, wogegen ich nicht das Geringste habe, was mich in Wirklichkeit nichts angeht und das ich nur der Auffälligkeit wegen erwähne. Lange schon war ich nicht mehr in Ebene fünf und weiß daher nicht, ob sie noch da ist; vielleicht ist sie in eine andere Ebene übersiedelt oder schon in ihrer Wunschdestination mit dem „Y“.
STOP PRESS: gestern (24.2.) war ich mit Erik nach Ebene vier unterwegs, um in der frischen Luft eine zu rauchen. Von der Fahrtreppe aus habe ich sie im Vorbeifahren in einer Nische gesichtet, im Sitzen schlafend, den Kopf auf den roten Koffer gelehnt, also nicht wirklich kommod.
Es ist schon interessant, welche Beobachtungen man im Krankenhaus macht bzw. machen kann.
Wichtig ist, den Humor nicht verlieren, uns weiter dran teilnehmen lassen …………. und vor allem bald „gesund werden“. Alles Gute. Elfi Meyer
DANKE!!! 🙂