Learning by doing

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„Learning by doing“ ist eine oft erfolgreiche wenn auch dornenvolle Methode zur Aneignung von Erfahrung und Wissen. Mangels jedweder Vorkenntnisse im Umgang mit zwei Hunden (nicht mit einem, das ist einfach!) blieb mir also keine Alternative, als aus dem Tun zu lernen.

Von der Problematik sich miteinander mehr oder weniger innereinander verheddernder Leinen habe ich erzählt, und siehe da, ein noch ausbaufähiger Ansatz ist gelungen: Ich bleibe einfach bewegungslos stehen und lasse Jago und Emma im Park im ihnen zur Verfügung stehenden jeweils fünf Meter langen Ausmaß in die selbst gewählten Richtungen rennen, so wie sie wollen. Dass ich damit fallweise Radfahrer/Jogger/ältere Ladies etc. behindere, muss ich in Kauf nehmen, bis beide auf mein vehementes „Hier“ tatsächlich reagieren. An Verbalattacken habe ich mich gewöhnt, tätlichen Angriffen war ich bisher nicht ausgesetzt, außerdem arbeite ich an der Verfeinerung der Methode bis hin zur Perfektion.

Davon ausgehend, dass niemand diese Zeilen während einer Mahlzeit liest, komme ich nicht umhin, über die Stoffwechselendproduktionsgewohnheiten der beiden zu berichten. Da es bisher selten bis kaum gelungen ist, Hunde so wie Katzen an ein Kisterl zu gewöhnen, ist das mehrmals tägliche „Gassigehen“ unabdingbar; außerdem ist Bewegung an der frischen Luft gesund, vor allem für Hundeführer. Früher einmal ging man „Äußerln“, heute ist „Gassi“ allgemein gebräuchlich, auch wenn es in meinem Fall „Parki“ heißen müsste. Geschlechtsbedingt kommt Emma bei jedem Wetter vier Mal täglich an die Reihe, während Jago mit zwei Mal täglich zufrieden ist, vor allem wenn es draußen regnet, stürmt oder schneit. In diesen Fällen geht er zwar mit mir und Emma ins Freie, verweigert dann aber das Weitergehen und wäre nur mit Brachialgewalt zum Äußerln zu bewegen.
Während Jago in Rüdenmanier sein Kleingeschäft in vielen Tranchen verrichtet, weil er ja oft markieren muss, setzt sich Emma hin und pieselt die Blase in nur einem Vorgang leer. Das komödiantische daran ist, dass sie dabei immer einen Hinterfuß hochhebt, und zwar halb so hoch wie Jago. Warum sie das tut, wissen wir nicht, vielleicht will sie sich nicht selbst ans Bein pinkeln.
Oder sollte sie vielleicht Jago zu kopieren versuchen? Dass ihr auf Grund der so entstehenden Schieflage das Lulu zwangsläufig über das andere Bein läuft, scheint ihr egal zu sein. Tochter Regina meint, das sehe aus wie eine Jogaübung…

Über die Großgeschäfte der beiden ist nicht viel zu berichten, die kommen mir ganz normal vor; je nach Dringlichkeit setzt man sich hin und basta. Über die Dauer des Verdauungsvorgangs gibt es sehr kontroversielle Auskünfte, alles ist möglich. Während Jago verlässlich immer eine Grasfläche oder Gebüsch aufsucht, neigt Emma noch dazu, auch Asphalt, also Straße oder Gehsteig nicht zu verschmähen. Eine Unart, die ich ihr noch austreiben werde.
Synchrone, also gackisackisparende Verrichtung ist bisher erst einmal vorgekommen.

Werner Simon
13.10.2015

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